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Frau Vau empfiehlt...

Besondere CD-Geheimtipps

Liebe Freunde guter Musik,

herzlich willkommen zu einer neuen Folge von „Frau Vau empfiehlt…“. An dieser Stelle stelle ich Ihnen regelmäßig CDs vor, die eine Entdeckung wert sind und noch mehr Lust auf Klassik machen. Wenn Sie mir schreiben möchten, erreichen Sie mich unter frau_vau@naxos.de.

Diese Woche möchte ich Ihnen die erste kommerzielle CD der UCLA Philharmonia mit Orchesterwerken des in Wien geborenen Komponisten Eric Zeisl vorstellen. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft musste Zeisl kurz vor dem Zweiten Weltkrieg in die USA emigrieren und ließ sich letzten Endes in Los Angeles nieder. Dass diese CD ein reines Zeisl-Programm enthält, ist somit äußerst passend, da das Leben und musikalische Erbe des Komponisten so eng mit Los Angeles verknüpft ist, und auch sein Archiv sich in den Räumlichkeiten der Universität von Los Angeles befindet.
Details 9 artikel
Image Eric Zeisl: Orchesterwerke
Zeisls Musik, die gerade eine Renaissance erfährt, war bei Kritikern und Publikum vor dem Zweiten Weltkrieg äußerst beliebt, doch der Anschluss Österreichs 1938 machte der Karriere des Komponisten jüdischer Herkunft ein jähes Ende. Über Paris floh er in die USA, wo er 1959 starb. Die vorliegende CD ist drei seiner bislang nie eingespielten Orchesterwerken gewidmet und repräsentiert seine Wiener Jahre wie auch die Zeit in Los Angeles. Die "Kleine Sinfonie nach Bildern der Roswitha Bitterlich" ist alles andere als "klein". Zeisl hatte 1935 eine Ausstellung der erst 14-jährigen Künstlerin besucht, die ihn so in ihren Bann schlug, dass er das Werk innerhalb von nur vier Tagen vollendete. Das "Concerto grosso für Cello und Orchester" ist Zeisls letztes groß angelegtes Orchesterwerk. Leider hat er das 1955/56 entstandene und dem Cellisten Gregor Piatigorsky gewidmete Werk nie selbst in einer Aufführung gehört.

Anbei mit "Dance of the Fallen Leaves" aus Zeisls "November: Six Sketches for Chamber Orchestra" (Track 8 auf der CD) eine kleine Hörprobe:
Eric Zeisl - November: Dance of the Fallen Leaves

20,95 € *
Image Yaniv d'Or & NAYA: Liquefacta est

Der israelisch-sephardische Countertenor Yaniv d’Or (hier von Ronen Akerman fotografiert) wurde während seines Studiums an der Guildhall School of Music & Drama in der liberalen St. John’s Wood Synagoge mit der Melodie "Awinu Malkenu" vertraut. "Awinu Malkenu" ist mit der aschkenasischen Tradition der deutschen und östeuropäischen Juden verbunden, jedoch allen Juden als das Gebet „Unser Vater, unser König“ bekannt. Viele Völker, so auch die Juden nach ihrer Vertreibung aus Spanien 1492, zogen im Exil geistliche Texte und Lyrik als eine Quelle des Trostes heran. Es muss die Vertriebenen jedoch ermutigt haben, dass das Hohelied Salomos auch Christen in ihren Gastländern inspiriert hatte: Claudio Monteverdi und der englische König Heinrich VIII. haben es vertont.

Mit ihrem ganz eigenen Klang sind NAYA willkommene Gäste auf international renommierten Festivals – hier hören Sie eine kleine Kostprobe:
NAYA - Liquefacta est: Axerico (Auszug)

17,95 € *
Image Grzegorz Gerwazy Gorczycki: Geistliche Werke
Gorczyckis Beitrag zur Musikgeschichte, der übrigens zu seinen Lebzeiten nie im Druck erschien, sich jedoch dennoch äußerster Beliebtheit erfreute, besteht aus mehr als 50 Kompositionen verschiedener Genres und Stile, die den Bedürfnissen der Liturgie in der Wawel-Kathedrale entsprachen. Seine a-cappella Vokalwerke haben mit polyphoner Struktur starken Bezug zur Stilistik der Motetten und Messen der Renaissance, die vokal-instrumentalen Werke sind jedoch im konzertanten Stil des Barock konzipiert.

Die vorliegenden vier Werke auf der vorliegenden CD geben nicht nur einen hervorragenden Eindruck von unterschiedlichen Genres und Stilrichtungen, in denen Gorczycki komponierte, sondern auch von seinem meisterhaften Gebrauch des Kontrapunktes und seinen konzertanten Techniken.

Hören Sie hier mit "In te, Domine, speravi" den zweiten Satz aus dem "Completorium":
Grzegorz Gerwazy Gorczycki - Completorium (Auszug)

24,95 € *
Image Lorraine Hunt Lieberson singt Bach
Als Lorraine das Eröffnungsrezitativ in der ersten Probe zur Aufführung von Bachs „Mein Herze schwimmt im Blut“ trat nach dem Ende des ersten Satzes Stille ein. Einige Musiker kämpften mit den Tränen, andere applaudierten schüchtern. Diese erste Probe mit Jeffrey Kahane und dem Los Angeles Chamber Orchestra wäre mehr als gut genug für ein Konzert gewesen. Weniger als drei Jahre nach der vorliegenden Aufnahme der Bach-Kantate um Schuld und Vergebung starb Lorraine Hunt Lieberson 52-jährig im Jahre 2006.

Mit dieser CD, die mit einer außergewöhnlich frischen und energiegeladenen Interpretation des Brandenburgischen Konzertes Nr. 4 beginnt, erinnert das Los Angeles Chamber Orchestra an die großartige Sängerin, die imstande war, die Menschen mit der Magie ihres Gesangs zu verzaubern.

Bach - Mein Herze schwimmt in Blut BWV 199 (Auszug)

20,95 € *
Image Émile Naoumoff: Tschaikowsky-Transkriptionen
Der in Bulgarien geborene Pianist Émile Naoumoff spielte bereits im Alter von 10 Jahren sein selbst komponiertes Klavierkonzert unter der Leitung von Yehudi Menuhin. Er war der letzte Schüler von Nadia Boulanger in Paris und hat während und nach seinem Studium bei Lehrern wie Sviatoslav Richter, Leonard Bernstein, Aram Khachatrurian oder Igor Markevitch mit zahlreichen musikalischen Weltgrößen die Bühne geteilt. Für die vorliegende CD hat Émile Naoumoff Orchesterwerke von Tschaikowsky für Klavier transkribiert.

Naoumoffs Transkriptionen sind keine Werke, die angesichts der orchestralen Originale ein Schattendasein führen. Sie führen ein Parallel-Leben, haben ihre eigene Berechtigung.

Dieses kleine Wunder gelingt Émile Naoumoff durch seine Kenntnisse des Komponisten Tschaikowsky und der Parameter, die bei der Wirkung der Komposition und ihrer Umsetzung die Entscheidende Rolle spielen. So gelingt eine transparente Übertragung der Essenz des Originals auf zehn Finger. Dass Émile Naoumoff darüber hinaus ein herausragender Pianist ist, macht diese Transkriptionen zu einem Muss für jeden Tschaikowsky-Fan und für jeden Liebhaber des Klaviers.

17,95 € *
Image Sergei Rachmaninow: All-Night Vigil
Das russische Wort „Wsenoschtschanaja bdenije“ bezeichnet eine Vigil, die über die gesamte Nacht (vom Abend bis zum Morgen) dauert. Diese alte Praxis hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten – als ein aus mehreren Teilen bestehender Gottesdienst, der noch immer auf die alte Weise in den Klöstern gefeiert wird. Die Musik der Russisch Ortodoxen Kirche ist stets rein vokal, Instrumente sind verboten, damit der Inhalt des Heiligen Wortes im Zentrum der Aufmerksamkeit steht.

Doch sind Instrumente in Rachmaninows überaus reicher Chorkomposition auch gar nicht notwendig, ist er doch imstande, durch eine Farbgebung der Stimmführung, die man als „Chororchestrastion“ bezeichnen könnte, übergangslos sich verschiebende Strukturen, gleitende Rhythmen und Nuancen von profunder Ausdruckskraft zu schaffen. Doch es ist auch - und ganz besonders - eine tiefe, nicht einmal notwendigerweise konfessionell gebundene Gläubigkeit, die womöglich im Laufe eines Lebens ihre aktuelle Intensität verliert, nie aber ihre ganz grundlegende Wirksamkeit.



Rachmaninow - All-Night Vigil (Auszug)

18,95 € *
Image The Dublin Drag Orchestra - The Lost Discs
Das Dublin Drag Orchester sorgte mit seinem Debüt-Doppelalbum im Sommer nicht nur musikalisch für großes Aufsehen – die Damen und Herren aus der irischen Hauptstadt fallen außer durch die von der Presse am laufenden Festmeter mit Höchstnoten bedachten famosen Interpretationen besonders durch ihr schräges Outfit aus dem üblichen Rahmen. Das „Cross Dressing“ ist allerdings keine platte Masche, um die im Allgemeinen etwas steife „Alte-Musik-Szene“ aufzumischen, sondern eine Reminiszenz an die Zeit, in der das weibliche Geschlecht auf der Bühne unerwünscht war und sämtliche Frauenrollen von Männern dargestellt wurden. Zu Weihnachten beschert uns das Dublin Drag Orchester zwei Vinyl-Singles, die schon durch das Design ein perfektes Geschenk sind (sehen Sie sich das Booklet hier an). Die Musik ist jedoch so hinreißend, dass man sie am liebsten für sich selbst behalten möchte. Und für alle, die keinen Plattenspieler besitzen, gibt es in jeder Single einen Gutschein für den kostenlosen Download plus Bonustrack.

Christmas 1912: Marc-Antoine Charpentier - „Litanie de la Vierge“ (HERESY007)

Christmas 1912


New Year’s Eve 1912: Luigi Rossi - zwei Vokaltrios aus der Oper „Orfeo“ (HERESY008); wir haben für Sie hier den Track Nr. 1 in voller Länge für den perfekten Höreindruck – das "Dormite" aus Luigi Rossis zweiter und letzter Oper "Orfeo":

The Dublin Drag Orchestra - One Minute to Midnight, New Year's Eve 1912 (Auszug)

11,95 € *
Image "Ewig Dein Mozart" - M. Müller liest Mozart-Briefe
Er scheint sich uns wirklich zu zeigen, der Wolfgang Amadé, das Wolferl, der Herr Mozart – in allen Lebenslagen: mit völlig albernem Quatsch im Kopf, mit tiefer Trauer im Herzen, stinksauer oder schwer verliebt. Unprätentiös, zu tiefst menschlich und immer den richtigen Ton treffend präsentiert sich Mozart in seinen Briefen und Liedern, die uns ein chronologisches Bild vom Denken, Wünschen und Handeln des Komponisten geben. Mozarts Landsmann Max Müller, der durch seinen Dialekt beim Vortrag der Briefe für Authentizität sorgt, ist auch als Sänger überaus erstaunlich. So gelingt es ihm, die Inhalte so natürlich zu transportieren, als handele es sich um Worte aus der Gegenwart. Und so zeigt sich einmal mehr: „Ewig Dein Mozart“.

Hören Sie hier Ausschnitte aus der CD, die wir für Sie zusammengestellt haben:
Ewig Dein Mozart - Lieder und Briefe eines Komponisten (Auszug)

19,95 € *
Image Markus Schirmer & "A Far Cry": The Mozart Sessions
Einen Dirigenten gibt es bei den engagierten jungen Musikern nicht! Stattdessen studieren die „Criers“ – wie sie sich selbst nennen - die Musikstücke in kleinen Gruppen ein, die reihum von allen Ensemblemitgliedern geleitet werden. Diese Arbeitsweise schafft ein hohes Maß an Zusammengehörigkeitsgefühl und Verbundenheit mit dem jeweiligen Werk. Die besondere Atmosphäre hat auch der Solist der „Mozart Sessions“, Pianist Markus Schirmer, so empfunden und wollte nach einem Gastspiel mit den „Criers“ sofort eine gemeinsame CD aufnehmen. Davon erzählen er und die Musiker auch im folgenden Video. Noch mehr Infos über das Streicher-Kollektiv „A Far Cry“ gibt es unter http://www.afarcry.org

"Diese hinreißenden Mozart-Aufnahmen überzeugen vor allem durch den spannungsreichen Kontrast zwischen Solo und Ensemble. Während das hochmotivierte, klein besetzte Kammerorchester A Far Cry enorm durchsichtig, feinnervig und konturenscharf aufspielt, pflegt Markus Schirmer einen ausgewogenen, klanglich warmen, nobel fließenden Mozart-Stil, der gelegentlich vielleicht sogar etwas zu schön anmutet, in den unkonventionellen Kadenzen des Pianisten hingegen sehr überrascht. Beide Musizierweisen fügen sich hier ideal zu einem stimmigen, energetisch hoch aufgeladenen Ganzen." (Fono Forum 03/13 - Musik ****, Klang *****)

17,95 € *
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