Death in Venice
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Frei nach Thomas Manns Novelle „Tod in Venedig“ hat John Neumeier für die herausragenden Tänzer des Hamburger Balletts eine Choreographie geschaffen, die sich auf dem schmalen Grat zwischen scharfsinnigem Theater und Melodram-, zwischen brillant ausgetiftelten Bewegungsabläufen und banalen Gesten bewegt. Die vorrangige Botschaft des Werkes: Das Leben eines Künstlers, und sei er noch so erfolgreich, kann die reine Hölle sein, wenn er in seiner Kreativität nicht mit seinem inneren Kind, also mit seinen Gefühlen in Berührung kommt.
„In gewisser Weise ist mein Ballett eine Liebesgeschichte über das Leben. Manns Novelle ist eine Beschreibung der absoluten Liebe, das fasziniert mich. Aschenbach ist in meinem Ballett ein Meisterchoreograph, der jedoch von Tadzio mit einem vernachlässigten Aspekt seiner Menschlichkeit konfrontiert wird. Nachdem Aschenbach zunächst seine emotionale Reaktion auf den Jungen verneint, sucht er alsbald eine rein künstlerische Rechtfertigung für seine Besessenheit. Doch irgendwann ergibt er sich und wendet sich von der Kunst ab, dem Leben zu und schließlich auch dem Tod in Venedig.“ (John Neumeier)