Klavierkonzert 1/Klavierkonzert 2
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Bei der „Individualität“ eines Interpreten geht es nicht darum, den Künstler über den Komponisten zu stellen, sondern um den sensiblen Balanceakt des Austausches, der beim Spiel zwischen Schöpfer und Nachschöpfer entsteht. In diesem Sinne war Géza Anda, dessen früher Tod die Welt einer raren Stimme und Präsenz beraubte, immer dem Buchstaben als auch dem Geist einer Partitur getreu, und konnte ihr trotzdem stets eine persönliche Note hinzufügen. Anda zeigt in den vorliegenden Aufnahmen von Tschaikowskys Konzert Nr. 1 und Brahms‘ Konzert Nr. 2, das bisher noch nie veröffentlicht wurde, dass er überwältigend leidenschaftlich und beweglich sein konnte, voll plötzlicher Tempowendungen und mit explosiver Brillanz.
In Partnerschaft mit Solti in Tschaikowskys Konzert und mit Klemperer bei Brahms finden sich viele Belege für Andas Genie. Und wenn dies für einige eine Legende wieder aufleben lässt, wird es anderen einen Musiker vorstellen, dessen Schwung und Stil ihn hoch in das pianistische Pantheon einreihen.