Thomas Hampson Singt Schumann
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„Von allem Anfang an war mir in meiner Karriere eines ganz besonders wichtig: die sensibelste Seite meines Gesangs nicht zu gefährden durch mein Repertoire als Opernsänger. Deshalb war mir das Liedfach besonders wichtig“, bekannte Thomas Hampson. Der Ausnahme- Bariton, der sich selbst als „Theaterviech“ bezeichnet, hat den Liedgesang derartig stark geprägt, dass er zu einer Institution unter den Liedgestaltern geworden ist: Liedgesang ist bei ihm nicht ein auf Tönen-Sprechen, sondern menschlicher Ausdruck im Gesang und damit ein gleichwertiges Pendant ganz eigener Prägung zum Operngesang.
Dies konnten die Zuhörer und Zuschauer seines Schumann- Programms im Münchner Prinzregententheater erleben. Schumanns Vertonung des Heine-Gedichtezyklus’ „Dichterliebe“ in der 1840er Urfassung standen im Mittelpunkt des Programms und damit ein Liederzyklus, der einen Höhepunkt in Schumanns Liederschaffen darstellt. Der Komponist war von Heine geradezu besessen und mit der entsprechenden Leidenschaft vertonte er die empfindsamen Gedichte.
Eine Leidenschaft, die er auch auf die Kernschen Gedichte, die den Wortgrundstock des zweiten Teils des Liederabends bildeten, in nicht weniger großem Maße verwandte. Hier wird die Erfahrung des Unterwegsseins zur Grunderfahrung thematisiert: Fernweh und die Sehnsucht nach Heimat verbinden sich zu einem glühend romantischen Daseinsgefühl, dem der amerikanische Sängerstar eindrucksvoll seine Stimme leiht.